Neue Ambitionen

Ausstellung im Leopold Figl-Saal des Bundeskanzleramtes in Kooperation mit dem Verband österreichischer Galerien moderner Kunst
Kuratiert von Severin Dünser

In Österreich gibt es eine sehr rege zeitgenössische Kunstszene. An rund 100 institutionellen Ausstellungsorten wie Museen und Kunsthallen wird das künstlerische Schaffen der Gegenwart präsentiert, aber auch in fast 100 selbstorganisierten Kunstvereinen, sogenannten Offspaces, die meist von Künstler*innen betrieben werden. Allein in Wien schlossen 2022 an der Akademie der bildenden Künste und der Universität für angewandte Kunst über 150 Kunstschaffende ihr Studium ab und erweitern das ohnehin schon sehr breite Spektrum an zeitgenössischer Kunstproduktion. Dass die junge österreichische Kunstszene sehr umtriebig und ambitioniert ist, spiegelt sich auch im Programm der ungefähr 110 zeitgenössischen Galerien wider. Viele Kunstschaffende der jüngsten Generation werden mittlerweile von Mitgliedern des Verbands österreichischer Galerien moderner Kunst vertreten. Eine Auswahl von Werken dieser Positionen wird in der Ausstellung versammelt. Es ist kein repräsentativer Querschnitt, aber er vermittelt die Vielfältigkeit und Lebendigkeit der lokalen Kunstproduktion. Gerade auch der hohe Anteil an Künstler*innen, die zwar nicht in Österreich geboren sind aber hier mittlerweile leben und arbeiten, zeugt von der Attraktivität Österreichs als Standort, der optimale Bedingungen für Schaffen, Austausch und Präsentation bietet. Die immense Dichte an Protagonist*innen, Initiativen, Institutionen und Galerien bringt eine junge österreichische Kunstszene hervor, die auch international hervorsticht und deren Dynamik und Engagement in dieser Zusammenstellung nachgespürt wird.

Mit Werken von
Minda Andrén (Zeller van Almsick)
Olivia Coeln (Georg Kargl Fine Arts)
Birke Gorm (Croy Nielsen)
Jojo Gronostay (Galerie Hubert Winter)
Lukas Kaufmann (Galerie Martin Janda)
Irina Lotarevich (Sophie Tappeiner)
Evelyn Plaschg (Layr)
Marina Sula (Gabriele Senn Galerie)
Valentina Triet (Felix Gaudlitz)
Andreas Werner (Galerie Krinzinger)
Min Yoon (Galerie Meyer Kainer)

Ausstellungsbroschüre

Besichtigung ab 2. Juni 2023 nach Anmeldung möglich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! unter Angabe von Datum / Uhrzeit und Teilnehmer*innen mit Kontaktdaten wie Emailadresse und Telefonnummer.

Fotos von der Eröffnung am 1. Juni 2023

Bundesministerin Karoline Edtstadler

Obmann des Galerienverbandes Martin Janda

Ausstellungskurator Severin Dünser

Ausstellungsansichten

Auslandsmesseförderung für Galerien 2023 erhöht

Export-Förderung für bildende Kunst wird von 367.500 auf 420.000 Euro erhöht.

Das BMKÖS erhöht die Auslandsmesseförderung für österreichische Galerien, die bildende Kunst heimischer Künstlerinnen und Künstlern auf internationalen Kunstmessen präsentieren. Das hat Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer am 11. Mai 2023 im Zuge des Kulturausschusses des Nationalrats bekanntgegeben.

„Die Auslandsmesseförderung für Galerien ist ein wichtiges Sprungbrett für Künstlerinnen und Künstler aus Österreich und ermöglicht ihnen internationale Präsenz“, so Staatssekretärin Mayer. „Gerade im Bereich der bildenden Kunst ist diese Sichtbarkeit über die Landesgrenzen hinaus von enormer Bedeutung – kaum eine andere Kunstsparte ist derart international vernetzt und auf internationale Kontakte und Verkäufe angewiesen. Deshalb haben wir heuer unter anderem mit der verstärkten Zusammenarbeit mit ‚Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art‘ einen wichtigen Schritt gesetzt. Ich freue mich daher sehr, dass wir jetzt auch die Auslandsmesseförderung erneut erhöhen und damit noch mehr Künstlerinnen und Künstlern und vor allem auch jüngeren Galerien diese Möglichkeiten bieten können.“

Die Auslandsmesseförderung existiert seit 2002 und wurde in ihrem Fördervolumen von 329.000 Euro im Jahr 2019 sukzessive angehoben; im Jahr 2023 werden vom BMKÖS bis zu 420.000 Euro zur Verfügung gestellt, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gefördert wird die Teilnahme an renommierten Messen wie der ARCO Madrid, Art Brussels, Armory Show New York, Art Cologne, Art Basel oder Frieze Art Fair London sowie „Off-Messen“. Über 50 Galerien mit insgesamt bis zu 100 Messe-Auftritten von Künstlerinnen und Künstlern profitieren vom Programm. Die Maximalförderung pro einreichender Galerie beträgt 20.000 Euro. Abgewickelt wird die Fördermaßnahme wie bereits im letzten Jahr durch den Verband österreichischer Galerien moderner Kunst im Auftrag des BMKÖS.

Zu den Ausschreibungsunterlagen 2023 >>>

 Präsentation von Barbara Kupusta bei der Frieze London 2022 durch Gianni Manhattan. Fotocredit: GRAYSC

AKTUELLES AUSSTELLUNGSPROGRAMM

Das aktuelle Ausstellungsprogramm der Galerien und Institutionen aus ganz Österreich mit allen Updates finden Sie auf der Webseite des Gallery Guide unter www.galleryguide.at

Die gedruckte Version des Programmfolders mit dem aktuellen Ausstellungsangebot in ganz Österreich von Mai bis August 2023 liegt in allen vertretenen Galerien, Kulturinstitutionen, Museen und im Volkstheater in Wien und ganz Österreich zur Mitnahme auf. Die aktuelle Printausgabe des Gallery Guide ist im Mai 2023 erschienen.

Der Printguide enthält einen QR-Code, mit dem man direkt auf die Onlineplattform kommt. Dort können die Ausstellungsdaten sowohl nach Galerien und Institutionen als auch nach Bundesländern geordnet angezeigt werden. Über eine Trackingfunktion, die man selbst aktivieren muss, werden die Ausstellungen im näheren Umkreis anzeigt. Hinterlegt ist auch, ob und wann die Galerien / Institutionen geöffnet haben.

Wenn Sie die Webseite des GalleryGuide auf Ihrem Mobiltelefon auf den Homebildschirm legen, funktioniert sie wie eine APP.

Folgen Sie uns auf Instagram unter @galleryguide.at

GalleryGuide Ausgabe Mai bis August 2023 >>> (PDF-File)

 

Brigitte Kowanz
13 04 1957 – 28 01 2022

Wir trauern um die einzigartige Künstlerin und langjährige Freundin Brigitte Kowanz.
Brigitte Kowanz schenkte uns allen Kunst, die stets den Puls der Zeit erfasste und deren Relevanz in die Zukunft strahlt. 
Sie war eine stete Quelle der Inspiration und Mentorin für viele Generationen an jungen Künstler*innen.
Sie hat das Unsichtbare für uns sichtbar gemacht.

Wir danken Brigitte Kowanz für die wunderbare Zusammenarbeit,
wir werden sie sehr vermissen und ihre Ideen und Werke auch weiterhin mit Respekt und Bewunderung vermitteln.

Ursula und Thomas Krinzinger
Lisa Pehnelt & Team


Brigitte Kowanz, 2017, photo by Tamara Rametsteiner, courtesy Galerie Krinzinger

 

Text von Adrian Kowanz

 

Franz Wojda, 1939–2021


Der Kunstsammler Franz Wojda ist am 2. April 2021 nach langer schwerer Krankheit verstorben. Seine Leidenschaft für die zeitgenössische Kunst war sprichwörtlich und durchdrang sein Leben. Es war ihm und seiner bereits 2011 verstorbenen Frau Sigrid ein elementares Anliegen, mit großem Engagement Terrain für ein visuelles und intellektuelles Wahrnehmen und Diskutieren von aktueller Kunst zu schaffen und aktiv mitzugestalten. Beide haben in jahrzehntelanger Leidenschaft eine bedeutende internationale Sammlung geschaffen, die in Österreich einmalig ist.

Kunstsammeln ist auch eine Haltung und Franz und Sigrid Wojda waren ein Sammlerpaar, das insbesondere in Galerien gekauft hat. Er selbst hat die wichtige Rolle der Galerien für eine nachhaltige und seriöse Kunstvermittlung und die Entwicklung von Künstlerinnen und Künstlern immer wieder betont.

Die gute Beziehung zur heimischen Galerienszene beruhte auf seiner unersättlichen Neugierde und Begeisterung für Kunst. Er hatte große Freude an der direkten Begegnung mit Künstlerinnen und Künstlern, um deren Gedankenwelt und die Inhalte ihrer Werke genau zu verstehen. Weil die Sammlung Wojda immer umfangreicher geworden ist, hat er eine Software entwickelt, die die Klassifizierung und Archivierung von Kunstsammlungen ermöglicht, und die inzwischen auch von anderen Sammlern genutzt wird.

Wichtig war dem Sammlerpaar ihre Sammlung immer wieder öffentlich zugänglich zu machen. Bis zuletzt hat Franz Wojda an Projekten mitgearbeitet, die das auch in Zukunft möglich machen sollten. 

Die österreichischen Galeristinnen und Galeristen werden Franz Wojda vermissen, als Kunstkenner, als Sammler und als Freund.

Der Verband österreichischer Galerien moderner Kunst

Eine Liebeserklärung an die Galerien


Ausstellungsansicht "Melting Plot" by Beáta Hechtová

Die Museen sind geschlossen. Bleiben die Galerien als einzige Orte, an denen wir Kunst im Original sehen können.
Eine kleine Liebeserklärung.


Von Almuth Spiegler, Die Presse

Noch steht es ein wenig nachlässig auf meinem Schreibtisch, lehnt leicht schief an der Lampe, hat noch keinen festen Halt gefunden hier in meiner Wohnung. Noch möchte ich es nahe bei mir haben, schnell in die Hand nehmen, ganz beiläufig betrachten können. Dieses kleine, abstrakte Bild eines jungen Malers, das ich mir vor ein paar Wochen gekauft habe. Man gönnt sich ja sonst nichts dieser Tage. Und es ging so schnell. Ich hatte mich verliebt. Auf der Stelle.

In einer Galerie. Wo sonst. Immer kaufe ich die wenige Kunst, die man sich leisten und die man sich aufhängen kann, in Galerien. Wenn man die Kunst und die Künstler ernst nimmt, sollte man das tun. Allein, um mit einer österreichischen Unsitte zu brechen, die sich in diesen sowieso so kleinen lokalen Markt eingeschlichen hat. Weil er eben so überschaubar ist. Und ihn durch diese Umwege in dieser Überschaubarkeit auch hält.
Schließlich hat keiner auf lange Sicht etwas davon, Galerien zu schwächen – die Künstler nicht, sind Galeristen im besten, professionellen Fall doch ihre Werbeagentur, ihre Coachs, ihre Buchhalter. Die Sammler nicht, hoffen sie darauf, dass ihr Werk, wenn schon im Wert nicht steigt, wenigstens stabil bleibt. Und außerdem: Wer glaubt wirklich, dass ein Künstler seine besten Werke an seiner Galerie vorbei, sozusagen unter der Hand, verkauft?