Das Programm der Galerien im Frühsommer 2021


Die heimischen Galerien, Museen und Kunstinstitutionen haben wieder ein umfangreiches Programm an Ausstellungen und Veranstaltungen zusammengestellt.

Der Folder des Galerienverbandes, der hier zum Download zur Verfügung steht, wird ab 19. Mai, wenn in Österreich das Kulturleben schön langsam wieder zurückkehrt, in allen beteiligten Galerien und Institutionen zur freien Entnahme bereitliegen.

Am Wochenende 28. und 29. Mai werden die Galerien in ganz Österreich unter dem Motto "open day - new shows" darüber hinaus wieder länger geöffnet haben, um ungehinderten Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.

Wir freuen uns darauf!

Der Verband österreichischer Galerien moderner Kunst

Franz Wojda, 1939–2021


Der Kunstsammler Franz Wojda ist am 2. April 2021 nach langer schwerer Krankheit verstorben. Seine Leidenschaft für die zeitgenössische Kunst war sprichwörtlich und durchdrang sein Leben. Es war ihm und seiner bereits 2011 verstorbenen Frau Sigrid ein elementares Anliegen, mit großem Engagement Terrain für ein visuelles und intellektuelles Wahrnehmen und Diskutieren von aktueller Kunst zu schaffen und aktiv mitzugestalten. Beide haben in jahrzehntelanger Leidenschaft eine bedeutende internationale Sammlung geschaffen, die in Österreich einmalig ist.

Kunstsammeln ist auch eine Haltung und Franz und Sigrid Wojda waren ein Sammlerpaar, das insbesondere in Galerien gekauft hat. Er selbst hat die wichtige Rolle der Galerien für eine nachhaltige und seriöse Kunstvermittlung und die Entwicklung von Künstlerinnen und Künstlern immer wieder betont.

Die gute Beziehung zur heimischen Galerienszene beruhte auf seiner unersättlichen Neugierde und Begeisterung für Kunst. Er hatte große Freude an der direkten Begegnung mit Künstlerinnen und Künstlern, um deren Gedankenwelt und die Inhalte ihrer Werke genau zu verstehen. Weil die Sammlung Wojda immer umfangreicher geworden ist, hat er eine Software entwickelt, die die Klassifizierung und Archivierung von Kunstsammlungen ermöglicht, und die inzwischen auch von anderen Sammlern genutzt wird.

Wichtig war dem Sammlerpaar ihre Sammlung immer wieder öffentlich zugänglich zu machen. Bis zuletzt hat Franz Wojda an Projekten mitgearbeitet, die das auch in Zukunft möglich machen sollten. 

Die österreichischen Galeristinnen und Galeristen werden Franz Wojda vermissen, als Kunstkenner, als Sammler und als Freund.

Der Verband österreichischer Galerien moderner Kunst

Digitalisierungsprogramm unterstützt österreichische Galerien 

Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) stellt österreichischen Galerien für zeitgenössische Kunst eine Digitalförderung in Höhe von 150.000 Euro zur Verfügung. Die Zuschüsse sollen eine Weiterentwicklung der Online-Kommunikations- und Vertriebswege der österreichischen Galerien ermöglichen – etwa in Form von benutzer*innenfreundlichen Webshops oder Auftritten in sozialen Medien. 

Die Förderungen werden über den Verband österreichischer Galerien Moderner Kunst abgewickelt und konnten bis 31. Jänner 2021 beantragt werden.

Es ist eine Vielzahl von Anträgen eingelangt. Die Anträge werden aktuell bearbeitet und von einer Jury beurteilt. Die Antragsteller werden im Laufe der kommenden  Wochen über das Ergebnis informiert.

 

 

 

Wir danken dem Fördergeber

Eine Liebeserklärung an die Galerien


Ausstellungsansicht "Melting Plot" by Beáta Hechtová

Die Museen sind geschlossen. Bleiben die Galerien als einzige Orte, an denen wir Kunst im Original sehen können.
Eine kleine Liebeserklärung.


Von Almuth Spiegler, Die Presse

Noch steht es ein wenig nachlässig auf meinem Schreibtisch, lehnt leicht schief an der Lampe, hat noch keinen festen Halt gefunden hier in meiner Wohnung. Noch möchte ich es nahe bei mir haben, schnell in die Hand nehmen, ganz beiläufig betrachten können. Dieses kleine, abstrakte Bild eines jungen Malers, das ich mir vor ein paar Wochen gekauft habe. Man gönnt sich ja sonst nichts dieser Tage. Und es ging so schnell. Ich hatte mich verliebt. Auf der Stelle.

In einer Galerie. Wo sonst. Immer kaufe ich die wenige Kunst, die man sich leisten und die man sich aufhängen kann, in Galerien. Wenn man die Kunst und die Künstler ernst nimmt, sollte man das tun. Allein, um mit einer österreichischen Unsitte zu brechen, die sich in diesen sowieso so kleinen lokalen Markt eingeschlichen hat. Weil er eben so überschaubar ist. Und ihn durch diese Umwege in dieser Überschaubarkeit auch hält.
Schließlich hat keiner auf lange Sicht etwas davon, Galerien zu schwächen – die Künstler nicht, sind Galeristen im besten, professionellen Fall doch ihre Werbeagentur, ihre Coachs, ihre Buchhalter. Die Sammler nicht, hoffen sie darauf, dass ihr Werk, wenn schon im Wert nicht steigt, wenigstens stabil bleibt. Und außerdem: Wer glaubt wirklich, dass ein Künstler seine besten Werke an seiner Galerie vorbei, sozusagen unter der Hand, verkauft?

APA Meldung des Galerienverbandes


Ausstellungsansicht Galerie Sophie Tappeiner

Galerien trotz Öffnung im Lockdown wenig besucht

Die österreichischen Galerien dürfen neben den Bibliotheken derzeit als einzige Sparte des Kunst- und Kulturbetriebs im zweiten Lockdown geöffnet halten - allein, der Andrang hält sich sehr in Grenzen. "Das Umfeld ist im Augenblick leider nicht so, dass die Leute in die Galerien strömen", konstatiert der Wiener Galerist Martin Janda, Vorsitzender des Galerienverbands, nüchtern. "Zuletzt hat die Frequenz deutlich nachgelassen."

Man plane gemeinsam in den kommenden Tagen offensiver auf den Umstand hinzuweisen, dass man - wenngleich ohne Vernissagentermine für neue Ausstellungen - weiterhin geöffnet sei. "Das ist noch nicht wirklich bei den Leuten durchgedrungen, und das wollten wir in der Woche nach dem Anschlag auch nicht betonen", so Janda, der keine für die Galerien gemachte Lockdown-Ausnahme sieht:

"Wir befinden uns ja in einem Zwischenbereich: Einerseits sind wir natürlich Kultureinrichtungen, andererseits sind wir Handelsbetriebe, die wie andere Geschäfte vom Verkauf leben."

Dieser Verkauf sei jedoch stark zurückgegangen, etwa auch durch die Absage von Kunstmessen mit Ausnahme der viennacontemporary. Denn persönliche Kontakte und fachmännische Beratung seien das Um und Auf der Branche und ließen sich auch durch den besten Internet-Auftritt nicht ersetzen, gibt sich Janda im Gespräch mit der APA überzeugt.